Doppelmoral der Stadt…

Heute möchte ich über die Doppelmoral beim Umgang mit öffentlichen und privaten Bauprojekten sprechen, insbesondere im Hinblick auf Kostenüberschreitungen, Umweltschutz und Flächenversiegelung.

Bei großen städtischen Projekten wie dem Rheinboulevard fällt immer wieder auf, dass die ursprünglich angesetzten Budgets oft nicht eingehalten werden. Dass die Kosten des ersten Bauabschnitts von geplanten 6 Millionen Euro auf über 26 Millionen Euro angestiegen sind, wirft die Frage auf, warum solche Planungsungenauigkeiten bei öffentlichen Bauprojekten so häufig auftreten. Oft werden unerwartete Hindernisse wie archäologische Funde oder schwierige Bodenverhältnisse als Gründe genannt. Doch mit gründlicheren Voruntersuchungen ließen sich solche Überraschungen oft minimieren, zumindest sollte dies das Ziel sein. Nicht zu vergessen sind auch die laufenden Kosten: Allein die ersten 500 Meter des Rheinboulevards verschlingen jährlich mehr als 350.000 Euro.

Zusätzlich problematisch ist die zunehmende Versiegelung von Flächen. Es ist bekannt, dass immer mehr Grünflächen betoniert oder versiegelt werden, was sich negativ auf das Stadtklima, die Wasseraufnahme und die Biodiversität auswirkt. Städte scheinen bei ihren eigenen Projekten oft weniger strikte Umweltauflagen zu berücksichtigen, während private Bauvorhaben umfassende Vorschriften zur Begrünung und zur Reduzierung der Bodenversiegelung einhalten müssen.

Diese Doppelmoral ist für viele Bürgerinnen und Bürger frustrierend, vor allem, wenn Umweltaspekte bei öffentlichen Bauvorhaben scheinbar nur eine untergeordnete Rolle spielen, während Privatpersonen mit strengen Auflagen konfrontiert werden. Der Wunsch nach einem transparenteren Umgang mit öffentlichen Geldern und umweltfreundlicheren Entscheidungen wächst. Solche Beispiele erschüttern das Vertrauen der Bevölkerung in die kommunalen Verwaltungen.

Der „Goldesel“ könnte hier als Metapher dafür dienen, dass es scheinbar immer Geld für große Bauprojekte gibt, selbst wenn die Kosten weit über den ursprünglichen Planungen liegen und Umweltbelange oft vernachlässigt werden.

Wie denkt Ihr darüber?? Freue mich auf Eure Kommentare…

Viele Grüße

Alfred

Wo ist sie geblieben, die Kölner Lebensart???

Es war ein grauer, verregneter Herbstabend in Köln. Der Himmel hing tief über der Stadt, und der Dom schien im Nebel zu verschwinden. Hans, ein älterer Kölner mit wettergegerbtem Gesicht und einem Herz so groß wie der Rhein, stand an der Haltestelle Ebertplatz und wartete auf seine Bahn. 

Neben ihm zitterte eine junge Frau, deren dünne Jacke den strömenden Regen kaum abhalten konnte. Ihre Haare waren nass, und ihre Hände klammerten sich hilflos um eine durchweichte Stofftasche. Hans musterte sie kurz und griff dann entschlossen in seine abgewetzte Ledertasche. Er zog seinen alten, aber immer noch treuen Regenschirm heraus und hielt ihn wortlos über sie. 

„Kölsch Wetter, wa?“ sagte er schließlich und grinste unter seinem grauen Schnurrbart hervor. 

Die junge Frau blickte überrascht auf und dann zu ihm hinüber. Ihre Augen verrieten eine Mischung aus Erleichterung und Unsicherheit. 

„Oh, danke! Das ist wirklich nett von Ihnen,“ sagte sie zaghaft. 

Hans winkte ab. „„Nett? Nett es de kleine Bruder vun Sch… ach, dat sach ich jetz besser nit. In Kölle hälft mer sich. Immer.“

Ein kleines Lächeln stahl sich auf ihr Gesicht. Es war offensichtlich, dass sie sich noch nicht an diese Art von offener Freundlichkeit gewöhnt hatte. Die beiden standen eine Weile schweigend nebeneinander, bis Hans schließlich die Stille brach. 

„Bist wohl neu do, hä?“

Die junge Frau nickte. „Ja, ich bin vor zwei Wochen hergezogen. Für die Arbeit. Aber ich kenne mich hier noch überhaupt nicht aus.“ 

Hans legte den Kopf schief und musterte sie mit einem Blick, der gleichzeitig neugierig und väterlich war. 

„Dann will ich dir mol wat övver Kölle verzälle. Weißt, Kölle es keine Stadt. Kölle es e Jeföhl! Hier bisse nie allei, och wenn et sich manchmal so anfühlt. Die Lück hier schwätze dich an, hälfe dir un wenn et sin muss, teile se och ihr letzte Kölsch.“

Die Bahn rollte heran, und Hans bedeutete ihr, einzusteigen. Er hielt den Schirm weiterhin über sie, bis sie beide in der Bahn standen und die Tür sich schloss. 

Während die Bahn durch die Stadt ruckelte, zeigte Hans ihr die Haltestellen, erklärte ihr, wo sie umsteigen musste, und gab ihr Tipps, welche Ecken der Stadt sie unbedingt sehen sollte. Er erzählte von der Schäl Sick, dem Veedel-Leben und natürlich vom Karneval. 

„Wenn de wirklich Kölnerin werre wills, dann darfst de Karneval nit verpasse. Stell dich drop ein: Hier kriegste Bützje vun Fremde, ävver keine Sorge, dat es alles nur Jeföhl!“

Die junge Frau lachte zum ersten Mal an diesem Abend. Hans grinste zufrieden. 

Als sie an ihrer Haltestelle aussteigen musste, zögerte sie kurz. 

„Sind alle Kölner so?“ fragte sie dann. 

Hans lachte herzhaft. „Ne, de meisten sin noch besser! Ävver pass op: Wenn de mol verlore bes oder Hälp bruchs, loor einfach jemandem in de aure un sach: ‚Ich bin neu hier. Kannste mir helfe?‘ dann häs de jlich fründe.“

Die Türen schlossen sich hinter ihr, und Hans sah durch das Fenster, wie sie ihm noch einmal zuwinkte. Sie wirkte jetzt nicht mehr verloren, sondern fast ein bisschen zu Hause. 

Und so ist Köln, nicht nur eine Stadt, sondern ein Gefühl. Eine Heimat, in der jeder einen Schutzengel findet, wenn er ihn braucht und sei es nur ein alter Mann mit einem abgewetzten Regenschirm.

ps: Ich wünschte, dat (jeföhl) käm widder!

Liebe Grüsse

Alfred

Kölner Karneval ist das noch ein rheinisches Volksfest???

Der Karneval hat sich in den letzten Jahrzehnten stark verändert, und viele fragen sich, ob der ursprüngliche Gedanke „Mir sin eins“ noch erhalten ist. Früher stand der Karneval für Gemeinschaft, Lebensfreude und Brauchtum. Er war ein Fest, das Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammenbrachte, unabhängig von Herkunft, Status oder Alter. Heute jedoch scheint dieser Gedanke zunehmend verloren zu gehen. Stattdessen nutzen viele das Fest als Gelegenheit, sich hemmungslos zu betrinken und Grenzen zu überschreiten, sei es durch respektloses Verhalten, übermäßigen Alkoholkonsum oder die Sexualisierung des Festes. 

Besonders durch die zunehmende Kommerzialisierung ist der Karneval für viele eher zu einem Event geworden als zu einem kulturellen Fest. Große Partys und Massenevents stehen im Vordergrund, während traditionelle Werte und Rituale immer mehr verblassen. Was früher ein Zeichen für Zusammenhalt, Lebensfreude und kölsche Identität war, droht heute in einer Flut aus Konsum und Eventkultur unterzugehen. Die Offenheit und Lebensfreude, die den Karneval ausmachen, werden oft missverstanden oder bewusst ausgenutzt, sodass Respekt und Rücksichtnahme immer häufiger auf der Strecke bleiben. 

Ein weiterer Aspekt ist der kulturelle Wandel, der durch eine vielfältigere Gesellschaft entstanden ist. Während kulturelle Vielfalt grundsätzlich eine Bereicherung darstellt, zeigt sich beim Karneval auch eine andere Seite: Viele, die mit der kölschen Kultur nicht aufgewachsen sind, betrachten den Karneval vor allem als Gelegenheit zum ausgelassenen Feiern ohne die dahinterliegenden Traditionen zu kennen oder zu respektieren. Das sorgt bei vielen Einheimischen für ein Gefühl des Identitätsverlustes und die Sorge, dass der Karneval seine Ursprünge und seinen eigentlichen Charakter verliert. 

Mein Appell an die Stadtverwaltung (gestern 14.01.2025):

Gerade in dieser schwierigen Zeit, in der Unsicherheiten, Krisen und gesellschaftliche Spannungen den Alltag vieler Menschen bestimmen, ist es umso wichtiger, den Spaß, die Freude und das Gemeinschaftsgefühl des Karnevals wieder in den Vordergrund zu rücken. Der Karneval war und ist ein Fest der Lebensfreude und des Zusammenhalts und genau das muss wieder stärker betont werden. 

Die Stadtverwaltung sollte sich mit aller Kraft dafür einsetzen, dieses einzigartige Kulturgut zu bewahren und gleichzeitig moderne Entwicklungen mit einzubeziehen, ohne die Tradition aus den Augen zu verlieren. Es braucht klare Konzepte und Rahmenbedingungen, um den Karneval wieder zu einem Ort zu machen, an dem Respekt, Frohsinn und Gemeinschaft im Mittelpunkt stehen. Dazu gehört auch, sich gegen übermäßigen Kommerz und die reine Eventisierung des Karnevals zu stellen und stattdessen die kulturellen und traditionellen Aspekte stärker zu fördern. 

Es gilt, den Karneval nicht nur als Einnahmequelle zu betrachten, sondern als das, was er für die Menschen wirklich bedeutet ,  ein Stück Identität, Heimat und Lebensfreude. Gerade in Zeiten, in denen viele Menschen mit Sorgen und Ängsten kämpfen, ist der Karneval ein Ventil, das Leichtigkeit und Hoffnung vermittelt. Doch dafür muss er auch als sicherer Raum erhalten bleiben, in dem sich alle wohlfühlen können. 

Die Stadtverwaltung ist gefordert, gemeinsam mit den Vereinen und Organisatoren eine klare Linie zu entwickeln, die Tradition und Moderne miteinander verbindet. Dabei müssen Werte wie Respekt, Toleranz und Gemeinschaftssinn gefördert und gefeiert werden. Gleichzeitig sollte aber auch darauf geachtet werden, dass Regeln und Grenzen eingehalten werden, damit der Karneval nicht zu einem Ort von Exzess und Respektlosigkeit verkommt. 

Der Geist von „Mir sin eins“ muss wiederbelebt werden.

Dieser Gedanke darf kein leerer Spruch auf Plakaten oder in Liedtexten bleiben, sondern muss wieder in den Köpfen und Herzen der Menschen verankert werden. Nur wenn sich jeder, ob Einheimischer oder Besucher, ob jung oder alt, seiner Verantwortung bewusst ist, kann der Karneval das bleiben, was er immer war: ein Symbol für Frohsinn, Zusammenhalt und kölsche Lebensart. 

Deshalb ist es an der Zeit, dass die Stadtverwaltung aktiv wird und ein Zeichen setzt, für einen Karneval, der Tradition, Respekt und Lebensfreude vereint. Ein Karneval, der nicht nur gefeiert, sondern auch gelebt wird. Nur so bleibt er auch in Zukunft das, was ihn so einzigartig macht: ein Fest der Herzen, das Menschen zusammenführt und Freude schenkt.

Wie denkt Ihr darüber? bin auf euer Kommentare gespannt.

Liebe Grüsse

Alfred

Kölner Karneval heute?

Was mich derzeit bewegt, ist die Frage nach unserer Tradition und unserem Brauchtum, besonders jetzt, wo der Karneval wieder vor der Tür steht. Nun, wie jedes Jahr am 11 im 11 um 11 Uhr 11 beginnt die närrische Zeit, und die Stadt erwacht aus ihrer „Fastenzeit“ des Karnevals.
Hat sich unser geliebtes Fest in Köln seit den 60er / 70er Jahren verändert, oder erleben wir noch immer ein echtes Volksfest, das von Tradition und kölschem Zusammenhalt geprägt ist? Viele fragen sich heute, ob der Karneval zu kommerziell geworden ist, ob große Bühnen, Sponsoren und teure Events den ursprünglichen Geist überschattet haben. Wo ist das Gefühl von „Drink doch ene met“ oder “ Echte Fründe ston zesamme“ geblieben, die Tradition, gemeinsam ohne große Erwartungen oder finanzielle Hürden zu feiern, ganz so wie früher in den kleinen Kneipen und auf den Straßen?
Und wie steht es um das „Bützen“, das unbeschwerte Küsschen, das zum kölschen Karneval einfach dazugehört? Ist es heute überhaupt noch möglich, sich in vertrauter Manier zu begegnen, oder stehen solche Traditionen inzwischen unter ständiger Beobachtung und kritischem Blick? Muss jede versehentliche Berührung oder ein schnelles Bützje – das eigentlich nur ein Ausdruck der karnevalistischen Freude und Herzlichkeit ist, mittlerweile als Grenzverletzung gewertet werden? Können wir in der heutigen Zeit überhaupt noch unbefangen feiern und trotzdem die persönlichen Grenzen des Einzelnen respektieren?
Wo findet man noch Orte und Veranstaltungen, die das authentische kölsche Brauchtum bewahren, fernab vom großen Trubel und den Touristenströmen? Gibt es Ecken und Gemeinschaften, in denen man diesen ursprünglichen Karneval noch spüren kann? Und wie könnte es den Kölnern gelingen, die jüngeren Generationen für das echte Brauchtum zu begeistern, bevor dieses im modernen Karneval endgültig untergeht?
Bin ich mit diesem Gefühl alleine, oder gibt es da draußen noch Kölsche, die das genauso sehen? Diejenigen, die den Verlust des ursprünglichen Karnevals spüren, wie erlebt ihr die Veränderungen? Findet ihr noch den „echten“ Kölschen Karneval, das Gefühl des Zusammenhalts, oder ist er für euch heute etwas völlig anderes?
Was denkt ihr: Hat der Karneval in Köln seine Seele noch, oder ist er heute einfach etwas ganz anderes geworden? Ihr könnt mir eure Meinung und Ansichten gerne im Kommentar hinterlassen, ich bin gespannt, wie ihr das seht!
Liebe Grüße
Alfred

„Och, wat wor dat fröher schön…

„Och, wat wor dat fröher schön doch en Colonia“, das klingt heute wie eine verlorene Melodie in den Ohren der Kölner. Früher war das Herz der Stadt erfüllt vom fröhlichen Trubel auf den Straßen, und die Stimmen auf der Hohe Straße oder der Schildergasse hallten voll Leben und Kölsch-Slang wider. Heute spiegelt sich die Zeit, in der Willi Ostermann diese Zeilen sang, nur noch in den nostalgischen Erinnerungen und der Melancholie vieler Alteingesessener wider.

Die Kaufhäuser, die damals die Einkaufskultur der Stadt prägten, sind verschwunden oder haben sich in anonyme Ladenketten verwandelt. Orte wie der „Kaufhof auf der Hohe Straße“ oder das berühmte „Hertie am Neumarkt“ gibt es nicht mehr, auch der Karstadt, Woolworth oder die gute alte Kaufhalle – Kaufhäuser für das kleine Portemonnaie – prägten jahrelang das Straßenbild und waren die Orte, wo man Bekannte traf, Neuigkeiten austauschte und nicht selten gemeinsam in den Tag hinein lachte. Ebenfalls das Spielwarengeschäft Feldhaus für uns „Pänz“, dem Tchibo wo die Eltern Anfang der 60er für 20,- Pfennige eine Tasse Kaffee im stehen tranken, sind verschwunden. Es verschwinden immer mehr der alten Geschäfte auf diesen Einkaufsstraßen und werden immer häufiger durch Billigläden, Ramschgeschäfte und dergleichen ersetzt. Das Bild einer modernen, uniformen Konsumwelt verdrängt die traditionelle Vielfalt, die Köln einst so lebendig und einzigartig machte.

Damals, in meiner Jugend, kam ich nur selten in die Stadt, aber wenn, dann gab es keine Security vor oder in den Geschäften. Es war ein ganz anderes Gefühl der Freiheit und Sicherheit, einfach durch die Straßen zu schlendern. Heute ist es schon recht beängstigend, abends mal über die Schildergasse oder die Hohe Straße zu flanieren. Die zunehmende Wachsamkeit und die Präsenz von Sicherheitsdiensten lassen uns spüren, dass Köln sich verändert hat und leider nicht immer zum Besseren.

Alles ist dem Kommerz gewichen, selbst der Karneval scheint nur noch darauf ausgerichtet zu sein. Das hat für mich nichts mehr mit dem zu tun, was Karneval einst ausmachte, diese unbeschwerte Gemeinschaft und das Zusammengehörigkeitsgefühl, wie es die Bläck Fööss einst besangen: „Drink doch ene met…“. Das macht mich ganz traurig. Ich fühle mich wie ein Fremder, wie ein Tourist in meiner eigenen Geburtsstadt. Die vertrauten Ecken sind nicht mehr die gleichen, und das Herz der Stadt scheint mir fern.

Der echte „Kölner an sich“, scheint fast ein Relikt vergangener Zeiten zu sein, und wenn man mal einen trifft, ist es fast wie ein Sechser im Lotto oder als ob man in der Wüste plötzlich einem Landsmann begegnen würde. Die wahren Kölschen Geschichten und Eigenheit verblassen immer mehr. Die typischen Kneipen, wo man ein frisch gezapftes Kölsch bestellte und „Kölsche Tön“ mitsang, sind inzwischen zu edlen Bars umgestaltet oder wischen dem BarberShop und dem Handy-Laden, das urige Flair von früher weicht einer modernisierten Version, in der der Geist der alten Stadt nur noch schwer zu spüren ist.

Dennoch, irgendwo zwischen Dom und Rhein, zwischen Altstadt und Eigelstein, pocht ein Herz, das nicht vergessen lässt, woher Köln kommt und was diese Stadt wirklich ausmacht. Es ist in den kleinen Gesten, im Lachen einer alten Nachbarin und vielleicht sogar in einem stillen „Alaaf“ an einem grauen Montagmorgen spürbar.

Liebe Grüße

Alfred

Köln Heimat ?

Das war einmal Köln – „meine Heimat“. Eine Stadt voller Leben, Vielfalt und unzähliger Geschichten. Hier treffen Moderne und Tradition aufeinander, der Rhein fließt mitten durchs Herz, und die Menschen haben eine unverwechselbare Offenheit. Köln ist nicht nur der Dom oder der Karneval – es sind die kleinen Gassen, die versteckten Ecken und vor allem das Gefühl von Zusammengehörigkeit, das diese Stadt so einzigartig macht. Wer einmal hier gewesen ist, versteht, warum man sich in Köln zu Hause fühlt, egal woher man kommt.

Doch leider gibt es das nicht mehr so wie früher. Mitte der 80er-Jahre begann genau dieses Lebensgefühl zu verblassen. Die charmante Leichtigkeit und das besondere Miteinander, das Köln so ausmachte, schienen nach und nach zu verschwinden. Auch der kölsche Dialekt, einst überall in der Stadt lebendig und voller Charakter, hat schwer gelitten. Heute hört man ihn nur noch selten auf den Straßen. Wenn ich durch meine Stadt gehe, durch mein Veedel, erkenne ich so vieles nicht wieder. Die vertrauten Klänge und Worte sind verschwunden, und stattdessen verstehe ich oft nur „Bahnhof“. Wo ist meine Sprache hin? Wo ist das alte, vertraute Köln, das mein Herz so lange geprägt hat?

Die Stadt hat sich verändert, und mit ihr auch das Lebensgefühl, das früher so fest mit ihr verbunden war. Aber in mir lebt die Erinnerung daran weiter – an das echte, herzliche Köln, das einmal mein Zuhause war.