Das kleine Städtchen Rösrath und der Bergbau der Grube Lüderich haben eine erstaunlich lange und spannende Geschichte. Tatsächlich wurde dort über 2.000 Jahre lang Bergbau betrieben, ein beeindruckendes Zeugnis einer uralten Tradition, die bis ins Römische Reich zurückreicht. Die Grube Lüderich war bis 1978 in Betrieb und spielte über Jahrhunderte hinweg eine zentrale Rolle in der Region, besonders für die Förderung von Buntmetallen wie Blei, Zink und Kupfer.
Heute sind in Rösrath noch zahlreiche Relikte aus der Bergbauzeit erhalten. Die alten Fördertürme, historischen Bergwerkshäuser und die Eingänge zu den Stollen (August-Stolen) erinnern an die Blütezeit des Bergbaus. Besonders eindrucksvoll ist das ehemalige Maschinenhaus, das den industriellen Charakter und die Geschichte der Grube erlebbar macht. Ein weiteres kulturelles Highlight ist der gut erhaltene Bunker, der nach dem Zweiten Weltkrieg zu einer kleinen Kapelle umgebaut wurde. Diese Kapelle, die einst als Schutzraum für knapp 20 Menschen diente, bietet heute Gläubigen eine stille Zuflucht und symbolisiert die Verbindung zwischen Geschichte und spirituellem Leben. Hier wird die Wandlung eines Ortes von Schutz und Verteidigung hin zu einem Raum des Glaubens und der Besinnung eindrucksvoll greifbar.
Ein besonderes Denkmal, das mit dem Bergbau verbunden ist, ist das Barbara-Kreuz. Es erinnert an die Schutzpatronin der Bergleute, die heilige Barbara, die traditionell für Schutz und Sicherheit unter Tage angerufen wurde. Das Kreuz steht symbolisch für den tiefen Glauben und die Verbundenheit der Bergleute mit ihrem gefährlichen Handwerk. Es ist nicht nur ein religiöses Zeichen, sondern auch ein Erinnerungsstück an die harte und gefährliche Arbeit der Menschen, die über Jahrhunderte den Bergbau in Rösrath geprägt haben.
Liebe Grüße
Alfred